Am Sonntag den 12. Oktober haben wir uns mit dem Womo auf den Weg nach Italien gemacht. Vorbereitet haben wir uns mit zwei Reiseführern, ADAC-Reiseunterlagen und meinwomo.net. Wir haben länger überlegt und recherchiert, ob wir die Alpen mit der Brenner-Autobahn oder der Brennerbundesstraße überqueren sollten. Der Aussicht wegen haben wir uns für die Bundesstraße entschieden. Wir haben es am ersten Tag erstaunlicher Weise bis nach Manching, ein paar Kilometer vor München geschafft. Dort gab es nahe der Autobahn einen kostenlosen Womo-Stellplatz.

Morgens wurden wir zu einer erträglichen Uhrzeit vom Verkehrslärm geweckt und sind nach einem kurzen Frühstück weitergezogen Richtung München. In München sind wir an der riesigen Allianz-Arena vorbeigefahren und glücklicherweise gut durch den Stadtverkehr gekommen. Weiter Richtung Innsbruck sind wir durch die schönen Städte Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald gefahren. Beeindruckt von den Alpen haben wir beschlossen, bereits jetzt einen Tag hier zu verbringen und haben einen Stellplatz gesucht. Den haben wir in Krün gefunden: Caravanpark Tennsee. Hier hatten wir richtig tolles Wetter, eine grandiose Aussicht in die Alpen und einen super Service. Ver- und Entsorgung, Strom, tolle Sanitäranlagen, einen kleinen netten Laden und ein Restaurant. Eine Übernachtung hat inkl. Kurtaxe, Strom, Wasser, Ver- und Entsorgung 17,45 Euro gekostet. Es gibt schöne Wandermöglichkeiten von dort aus. Und man hört Kuhglocken.

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toskana03Wir haben hier sehr gut geschlafen. Morgens konnten wir in dem kleinen Laden „Semmeln“ kaufen. Gestärkt von einem guten Frühstück konnten wir uns nun auf den Weg über den Brenner machen.

Österreich haben wir nur über Bundesstraßen durchquert und waren von der Aussicht sehr begeistert. Verdammt schöne Städtchen in einer wunderschönen Umgebung. Die Überquerung des Brenners hat durchaus Spaß gemacht. Ein wenig Konzentration war schon erforderlich, aber alles halb so schlimm. Mehr Schweiß hatte ich auf der Stirn, als es zuvor zickzack den Zirler Berg runterging mit 16 % Gefällen. Ging zwar alles, wir sind gut durch die Kurven gekommen, die Straße war breit genug. Aber ich stand wirklich durchweg auf der Bremse und das Womo hat unten angekommen auch ordentlich nach Kupplung/Bremse gerochen. Lieber nicht nochmal…. War aber eine Erfahrung wert.

In Italien sind wir dann über die „Autostrada“ durch das Gebirge gefahren und haben auch hier die Aussicht sehr genossen. Wir sind bis nach Terenzo gefahren. Es war zwischenzeitlich bereits dunkel geworden, wir hatten gut 500 Kilometer an diesem Tag geschafft. In Terenzo musste wir schon ein bisschen durch die Berge kurven, bis wir den sehr idyllischen Stellplatz gefunden hatten. An dem Platz angekommen tappten wir erstmal im Dunkeln, wo wir bezahlen sollten. Aber es kamen zufällig Anwohner vorbei, die die Betreiber des Stellplatzes für uns angerufen haben. Kurze Zeit später kam eine sehr freundliche Italienerin vorbei, die uns 13 Euro für Übernachtung, Strom und Wasser abnahm. Wir konnten leider nur ahnen, in was für einer schönen Gegend wir sein mussten und hatten uns auf den nächsten Morgen gefreut. In der Nacht war es eingermaßen ruhig. Es gab eine Kirchturmglocke die immer zur vollen Stunde geläutet hat, anschließend folgte immer eine Zeit Hundegebell. Aber war trotzdem war die Nacht erholsam. Am nächsten Morgen: Nebel. Weiterhin konnten wir nicht sehen, wo wir waren. Aber den Stellplatz haben wir genauer unter die Lupe genommen. Wir waren dort übrigens die einzigen. Auf dem Platz gibt es ein kleines Sanitärgebäude mit Waschbecken, Toilette und Dusche. Es gibt einen Grillplatz, an dem Rosmarinsträucher wachsen. Als sich der Nebel ein wenig verzogen hat, konnten wir auch die schöne Aussicht genießen. Im Sommer muss dieser Platz traumhaft sein. Gerne hätten wir dort mehr Zeit bei besserem Wetter verbracht.

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Wir sind weiter Richtung Mittelmeer gezogen und haben früh die erste Kaffepause in Berceto eingelegt, einfach weil es dort so schön war.

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Bis hier her war die Reise ein voller Erfolg.

Ab jetzt wurde es ein wenig anstrengend.
Wir wollten ein / zwei Tage am Meer verbringen und sind Richtung Küste gefahren. Wir hatten uns ein paar mögliche Womo-Stellplätze zurecht gelegt. In Capanne prato cinquale sollte es einen schönen Stellplatz am Fluss geben. Dort angekommen haben wir ihn einfach nicht gefunden. Während der Suche wurde es dunkel. Es war nichts zu machen. Wir sind rumgekurvt, haben zu Fuß gesucht – dort war kein Stellplatz. Allenfalls Platz am Straßenrand. Jedoch war die Gegend nicht sonderlich vertrauenserweckend. Also haben wir uns den nächsten Stellplatz in Viareggio, gut 20 km entfernt, vorgenommen. Der liegt direkt am Meer. Dort angekommen haben wir erstmal eine große Promenade mit vielen Bars vorgefunden. Gegenüber der Promenade waren viele Parkplätze. Es war zwischenzeitlich schon 22 Uhr und wir waren totmüde. Mit Freude haben wir dann am Ende des Parkplatzes ein anderes Womo entdeckt und somit den Stellplatz ausfindig gemacht. Wir konnten das Meer schon hören und waren zufrieden. Beim Beine vertreten ist uns dann aufgefallen, dass immer die gleichen Autos über diese Parkplätze kurvten, ganz langsam im Schritt-Tempo. Das waren ca. 20 Autos, die auch mal ans Womo rangefahren kamen, anhielten, uns anstarrten, weiterfuhren…. gruselig. Das ging die ganze Zeit so. Es war unmöglich, dort behaglich zu schlafen. Keine Chance. Wir hätten kein Auge zubekommen können. Was auch immer da abging, … wir wollen es glaub ich gar nicht wissen.

Also wieder ran an die Karten, wo ist der nächste Stellplatz… Die Küstenregion, die für uns interessant war, hatten wir bereits abgefahren. Sie war uninterssant, weil komplett zugebaut. In der Nähe gab es keine Stellplätze mehr, die im Oktober auf hatten. Auch keine uns bekannten Campingplätze. Also beschlossen wir schweren Herzens bereits jetzt wieder ins Inland Richtung Pisa zu fahren. Das war also unser Tag am Meer… Aber der Tag war noch nicht vorbei. Wir hatten uns einen Stellplatz in San Giuliano Terme ausgesucht, knappe 30 km entfernt. Auf dem Weg dorthin haben wir nun definitv festgestellt, dass wir am späten Abend und in der Nacht nicht mehr in Italien rumkurven wollen. Unser Navi führte uns vermehrt an Straßenstrichen und vielen anderen Orten vorbei, die nicht auf unserer Liste der Sehenswürdigkeiten standen. Das war eine sehr unbehagliche Fahrt. Dann lieber durch die Berge krackseln. In San Giuliano Terme war der Stellplatz einfach ein großer Parkplatz, auf dem es einen Bereich für Wohnmobile gab. Dort standen bereits ein paar italienische Womos, wir haben uns dazugesellt und dort die Nacht verbracht. Am nächsten Morgen begrüßte uns die Sonne und es wurde warm. Wir haben uns auf den Weg nach Pisa gemacht. Im Zentrum gibt es einen bewachten Stellplatz, der 2 km vom schiefen Turm entfernt ist. Der Weg dorthin war kurz, wir haben den Stellplatz auch sofort gefunden. Der Platzwart war sehr freundlich und wir haben beschlossen, für 2 Nächte dortzubleiben. Zwischenzeitlich hatten wir fast 30 °C, am 16. Oktober. Bis auf ein paar kleine Schauer zwischendurch blieb das Wetter toll.

Hier haben wir Bekanntschaft zur asiatischen Tigermücke gemacht. Ich hatte vorher schon eine solche Mücke im Womo entdeckt und war ein wenig verwundert von den schwarz/weißen Streifen. Nachdem ich mehrmals gestochen wurde und die Stiche fast Tennisballgröße annahmen, hab ich beschlossen meinen Roaming-Tarif einzuschalten und nach dem Miststück zu googeln. Genützt hat das nichts 🙂 Außer, dass ich nun wusste, dass es die asiatische Tigermücke ist. Natürlich – fährt man ohne Insektenschutzmittel nach Italien…. Grrrrr. Selten blöd.

Zu Fuß haben wir uns nun auf den Weg zum schiefen Turm gemacht. Es gab zwar eine Bushaltestelle direkt am Platz, aber wir haben den Fahrplan nicht verstanden 🙂 Also sind wir durch Pisas Straßen spaziert. Besonders gut riecht Pisa nicht, das muss mal gesagt werden. Der schiefe Turm war auf dem Weg nur einmal kurz zu erhaschen, dann tauchte er erst wieder auf „Piazza dei Miracoli“ auf und stand plötzlich in voller Größe vor uns. Neben uns waren noch sehr viele andere Touristen unterwegs. Wir haben uns allen Sehenswürdigkeit nur von außen angesehen, viele Fotos geschossen und sind dann echte italienische Pizza essen gegangen. Sehr lecker. Auf dem Rückweg wurde es dunkel, so konnten wir uns den Turm noch beleuchtet ansehen. Das war sehr schön. Dann haben wir den Abend gemütlich in unserem Womo ausklingen lassen. Die Polizei scheint in Pisa mit Blaulicht und Sirene auf Streife zu fahren. Bis in die späten Abendstunden war sie im Hintergrund immer zu hören. Ohne Pause.

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Am nächsten Tag in Pisa mussten wir zur Apotheke. Die Mückenstiche waren nicht mehr auszuhalten. Englisch spricht man in Italien scheibar nicht so. Einzig der Kellner in der Pizzaria konnte englisch. Aber dennoch haben wir etwas wirksames gegen die Mückenstiche bekommen.

Da wir von unserer ursprünglichen Route nun soweit abekommen waren, haben wir den Tag genutzt, neu zu planen. Wir wollten keine Stellplatz-Such-Tage mehr. So haben wir festgestellt, dass der Oktober für uns ziemlich ungeeignet für eine Toskana-Tour ist und wir wieder kommen werden, wenn Campingplätze geöffnet haben. Auf dem Weg hierher hatten wir ja schon festgestellt, wie schön Österreich und Bayern sind. Also beschlossen wir, unseren Urlaub dort ausklingen zu lassen.

Wir verließen Pisa am nächsten Tag, durchquerten dabei Lucca (… versehentlich zwei mal) und es ging vorerst nach Barga. Der Weg zum Stellplatz war ein wenig erschwerlich, sehr enge Gassen, steile Straßen, enge Kurven. toskana19Wir erreichten den Platz gegen 15.00 Uhr. Hier gab es einen Automaten, an dem man 10 Euro für eine Nacht bezahlen sollte. Der Automat wollte weder Scheine noch Münzen von uns. Die Lage war zwar sehr schön, wir hatten eine tolle Aussicht und super Wetter. Aber es war unmöglich das Womo zu verlassen, weil tausende Mücken nur darauf warteten unser Blut komplett auszusaugen. Es war immernoch sehr warm und eigentlich nicht möglich, draußen langärmling rumzulaufen. Wir verbrachten hier einen gemütlichen Nachmittag im Womo, haben aber beschlossen, den restlichen Tag zu nutzen und weiterzufahren.

Kurz nach dem wir losfuhren machten wir an der nächsten Möglichkeit Halt, um die Windschutzscheibe zu putzen – und siehe da – direkt neben uns ein kleiner süßer Wasserfall. toskana22Dort mussten wir noch kurz verweilen, ein paar Fotos schießen und das Idyll auf uns wirken lassen. Auf der weiteren Fahrt kamen wir bis nach Carpi. Dort verbrachten wir die Nacht auf einem großen Parkplatz mit Womo-Stellplätzen. Auch hier war die Nacht nicht sonderlich ruhig. Am Abend und am frühen Morgen torkelten lauthals viele Betrunkene auf dem Platz herum. Wahrscheinlich ist eine Diskothek in der Nähe. Als ich gegen 4.30 Uhr aufstand, weil der Lärm mich nicht mehr schlafen ließ, sah ich wie jemand torkelnd gegen ein benachbartes Womo pinkelte…. Sehr nett. Also schnell Kaffee gekocht, nächstes Ziel ausfindig gemacht und losgefahren. Es sollte nach Schwangau gehen. Zügig sind wir wieder auf die Autostrada gefahren und kamen den Alpen langsam aber sicher wieder näher. Diesmal haben wir den Brenner auf der Autobahn überquert – wegen einer Baustelle war diese aber nicht besser zu fahren als die Bundesstraße.

Die Alpenlandschaft hat uns sofort wieder in ihren Bann gezogen und alles war wieder toll. Die Tigermücken gibt´s dort auch nicht mehr. toskana27toskana28Zumindest sind uns keine mehr über den Weg „gelaufen“. Der Weg durch Österreich nach Schwangau ist unwahrscheinlich schön. In Schwangau haben wir uns auf einem Stellplatz neben einem Campingplatz einquatiert für zwei Nächte. Wir hatten wieder Glück mit dem Wetter, diesmal trotz des Sees auch keine Mücken. Dort haben wir also für 2 Tage unsere Seele baumeln lassen und einfach nur entspannt die Aussicht genossen. Am zweiten Tag in Schwangau, dem 20. Oktober, sagte der Wetterbericht leider nichts gutes mehr voraus.toskana33 Die Temperaturen sollten rapide absteigen und Orkanboen sowie Schnee wurden für unsere Region vorhergesagt. Allgemein schlechtes Wetter in ganz Deutschland. Also beschlossen wir, am 21. Oktober schnell die Heimreise anzutreten. Wir sind früh morgens abgereist und mit wenigen Pausen bis nach Hause durchgefahren und waren gegen 23 Uhr wieder zuhaus.

Die Fotogalerie zur Reise findet ihr hier.

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